CARAVAN SALON CLUB Forum

Falsche Montage einer Thule Markise

Hallo zusammen,
Vor einem Monat hat mich ein Wohnmobilzubehörhändler darauf aufmerksam gemacht, dass meine Markise total falsch montiert wäre (Gelenkarmböcke wurden nicht von Adapterplatten unterstützt).
Ich habe mich daraufhin an den Hersteller der Markise (Thule) gewandt und nachgefragt.
Ich erhielt folgende Antwort: "Des Weiteren muss darauf geachtet werden, dass die Gelenkarmböcke auf jeden Fall voll von der Adapterplatte unterstützt werden und nicht frei sind. Sonst entstehen Schäden an der Markise, da der Druck beim auskurbeln entsteht nicht nach hinten in den Adapter und Seitenwand abgeleitet werden kann sondern das Markisengehäuse verformt.
Ich habe den Wohnmobilhersteller Dethleffs mit diesen Aussagen konfrontiert um um Stellungnahme gebeten und erhielt folgende Antwort.
„Nach interner Rücksprache mit dem Fertigungs-Band und Technik Motorcaravan sind uns solche Vorgaben nicht bekannt. Ebenso haben wir im Bezug auf die genannten möglichen Probleme, welche Sie schildern, bisher keine Mängelanzeigen bekommen. Für Aufbauhersteller gelten teilweise andere Vorgaben da es sich um Fahrzeuge aus einer Serienfertigung handelt. Aufgrund der oben genannten Punkte sehen wir hier keinen berechtigten Grund zur Beanstandung, da es sich hierbei um den aktuellen Stand der Serie handelt.“

Kann jemand die Aussage von Dethleffs eventuell durch Urteile bestätigen oder widerlegen oder sonst wie beitragen, dass ich nicht auf dem von Thule angesprochenen Schaden sitzen bleibe?

Ich weiß, daß so etwas ärgerlich ist, aber da würde ich jetzt Thule mal darauf ansprechen, was sie von dieser Aussage halten.

Ich habe Thule schon um Stellungnahme gebeten, befürchte aber, dass ich keine Antwort bekomme.
Es gibt nämlich nur zwei Möglichkeiten.

  1. Die Montageanleitung liegt immer dabei. Dann haut Thule einen Großabnehmer in die Pfanne.
  2. Thule legt die Montageanleitung bei Großabnehmern nicht bei. Dann bekommt Thule ein gewaltiges Problem, denn als Hersteller haftet Thule, wenn Thule nicht darauf hinweist, wie die Markise ordnungsgemäß anzubringen ist, damit keine Schäden entstehen.

Gibt es inzwischen neue Erkenntnisse?

Vor 11,5 Jahren hattn wir bei unserem Mazda eine Webasto-Standheizung von einem Bosch-Dienst einbauen lassen. 7 Monate später fing unser Turbolader an, immer später (also bei immer höheren Drehzahlen) einzusetzen. Fehleranalyse und Reparatur lagen bei über 300€. Ursache war das Ansaugrohr der Standheizung, das nach und nach den Unterdruckschlauch des Turboladers durchgescheuert hatte.
Also, eigentlich ist das ja ein anderer Sachverhalt. Aber hier war auch die Frage, wer hat was versäumt? Oder auch nicht?
Mazda hat gesagt, Bosch hätte den Einbau nicht korrekt durchgeführt. Ich hatte schon die Befürchtung, Bosch würde sich auf Webasto berufen. Es schien so zu sein, daß es für die Standheizungen nur allgemeine Einbauanleitungen gibt, die mitgeliefert werden. Es gibt aber auch Fahrzeug spezifische, die wohl explizit angefordert werden müssen. Ob das gemacht wurde oder nicht, der Bosch Dienst hat die volle Verantwortung übernommen und die Reparaturkosten abzgl. Ersatzfahrzeug rückerstattet. Hut ab!

Warum schreibe ich das? Weil ich glaube, daß sich Dethleffs nicht so einfach aus der Affäre ziehen kann. Wenn sie sagen, die Vorgaben seien ihnen nicht bekannt, dann bedeutet das, sie bekommen keine Anleitung. Wenn Dethleffs keine Anleitung bekommt, dann müssen sie halt eine anfordern. Wie heißt es immer so schön … Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
Wenn Dethleffs dann auch noch sagt, für Aufbauhersteller gelten (teilweise) andere Vorgaben, dann andere als wleche? Also, daß es keine Vorgaben geben soll, ist kaum Vorstellbar. Also gibt es entweder standard oder spezielle Vorgaben, sprich, es gibt welche.
DAS wäre mein Ansatz. Ggf. Rechtsbeistand einschalten.

Ja, es gibt neue Erkenntnisse, aber dazu kann ich erst später berichten (laufendes Verfahren).
Eins ist aber leider klar, man kommt an Dethleffs rechtlich nicht heran. Du schließt Deinen Kaufvertrag immer mit einem Händler ab, selbst wenn Du in der Centrale in Isny Dein Fahrzeug kaufst. Und der Händler haftet für jeglichen Mangel in der Garantiezeit.
In wie weit er sich die Kosten der Reparatur von Dethleffs wiederholen kann oder ob er diese aus seiner Marge bezahlen muss, entzieht sich meiner Kenntnis. Die einzige Möglichkeit gegen Dethleffs vorzugehen sind schlechte Bewertungen im Internet (falls diese auf beweisbaren Fakten basieren), Leserbriefe in Fachzeitschriften (werden aber in der Regel nicht veröffentlicht) oder die Händler so zu beschäftigen, dass diese die Lust verlieren Dethleffs Fahrzeuge zu verkaufen.

P.S. Thule hat bis heute nicht auf meine Fragen geantwortet sondern ich werde monatlich vertröstet. Aber wer hackt schon die Hand ab, die ihn füttert (gilt auch für bestimmte Fachzeitschriften).

Ich habe diesbezüglich folgende Erfahrung gemacht:
Bei meinem Fendt Caravan Händler eine Thule Gelenkarm-Markise nachrüsten lassen, und zwar direkt oben an die Seitenwand unterhalb der Kederschiene.
Der Meister sagte mir, daß er die serienmäßigen kleinen Stützplatten nicht verbaut, sondern er hat direkt auf der ganzen Länge der Markise eine Schiene montiert. Vorteil: gleichmäßige Druckverteilung und kein Spalt zwischen Wand und Markisenkassette.

Also, nachdem sich der Händler zunächst geweigert hat an der Halterung der Markise etwas zu ändern, habe ich einen Anwalt eingeschaltet und ruckzuck wurde bei mir eine durchgehende Schiene eingebaut.
Auch Thule hat sich zu der Behauptung von Dethleffs, von einer Montageanleitung wäre ihnen nichts bekannt wie folgt geäußert:
„Als Hersteller erfüllen wir natürlich die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf die Bedienungs- und Montageanleitung und liefern diese bei allen Produkten mit, die wir ausliefern. Ebenso stehen diese Anleitungen auf unserer Homepage zum Download bereit.“
Ob man die Rechtsschutzversicherung einschaltet, sollte man sich gut überlegen, denn wenn man einen Mangel gemeldet hat und dem Händler eine Frist zur Beseitigung stellt, er es aber ablehnt und dann einen Anwalt aus eigener Tasche beauftragt, zahlt er noch die Kosten für den Anwalt, die sonst die Rechtsschutzversicherung trägt. Er wird es sich also bei einer zweiten Reklamation gut überlegen, ob er die Besaeitigung nochmals ablehnt.

Hallo zusammen,

heute ein Update zu meinem Dethleffs Wohnmobil T6.

  1. Die Halterung für die Markise wurde durch eine durchgehende Schiene ersetzt.

  2. Das Markisentuch wird ebenfalls wegen Schäden ausgetauscht. Ob die Schäden durch die falsche Montage entstanden sind, kann ich nicht beurteilen.

  3. Der Kühlschrank kühlte bei Außentemperaturen über 25 Grad nicht mehr. Es wurde ein Lüfter eingebaut. Ob damit der Mangel beseitigt wurde, kann ich erst nächsten Sommer überprüfen.

  4. Das Rohr vom Abwassertank lag mit einer Seite auf der Straße. Es wurde mit dem kurzen Rohr, welches aus dem Abwassertank kommt verklebt.

  5. Im Raum, in dem sich der Toilettentank befindet befand sich nach der ersten Reparatur (Spühlschläuche im Toilettensitz mit Schellen befestigt, waren locker und undicht) immer noch Wasser. Wurde erneut repariert (Rückschlagventil getauscht). Ob damit der Fehler behoben ist kann ich zur Zeit nicht beurteilen.

  6. Fahrkosten wurden auch für mein Begleitfahrzeug nach Hinweis auf die Rechtsprechung bezahlt.

Fazit:

Wenn ich die Leserbriefe im Promobil lese, kann ich mich ja noch glücklich schätzen.

Als einzelne Person können wir nichts gegen die schlechter Verarbeitung und die unzureichende Qualitätskontrolle bei den Herstellern ausrichten. Das einzige, was uns meiner Meinung helfen könnte, wäre, wenn alle Käufer, die Mängel an Ihrem Fahrzeug feststellen, die Beseitigung knallhart (auch mit Hilfe eines Anwaltes) durchsetzen. Vielleicht üben dann die Händler Druck auf den Hersteller aus.

Gruß

Pensionär